Für dir Zweitagestour zu Pfingsten
hatten sich 9 Mann angemeldet und alle
kamen. Das waren Alfred, Erchin, Frankie,
Fritz, Gilbert, Mick, Oskar, Richard und
Tom. Komplett wurde die Gruppe erst vor
der Busabfahrt in Scheibbs, da Alfred mit
einem früheren Zug gefahren war. Ankunft
bei der Töpperbrücke in Kasten (576m)
um 14:10. Nach Bewunderung der schönen
Statuen ging es gleich los, ein kurzes
Stück der Straße entlang und dann
bergauf am markierten Wanderweg in den
Lechnergraben. Das Wetter war perfekt,
halb sonnig, halb wolkig und warm. Durch
den Umstand, dass der Weg im Graben und
großteils durch Wald verlief, war er
nicht besonders aussichtsreich, dafür
aber angenehm beschattet und das
plätschernde Bächlein daneben war auch
ganz nett. Zweimal wurden kurze Pausen
eingelegt und um 18 Uhr wurde die Ybbstalerhütte
(1344m) erreicht, wo man es sich auf der
Terrasse mit Blick ins Gesäuse
gemütlich machen konnte.
Die Ybbstalerhütte ist
seit April 2026 neu verpachtet und das
Pächterpärchen ist nett, das
Küchenangebot aber ausbaufähig. Warme
Gerichte gab es nur zwei, nämlich
Krautspätzle und veganes
Erdäpfelgulasch mit Krautsalat.
Geschmacklich passte beides, aber die
Portionen waren so klein, dass sie den
Kalorienbedarf für 900 Höhenmeter nicht
decken konnten. Mit Apfelstrudel als
Nachspeise wäre das vielleicht gelungen,
aber der war auch schon aus und es gab
nur noch kleine Reststücke, die dafür
gratis. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde
es auf der Terrasse zu kühl und die
Gruppe übersiedelte in den Gastraum, wo
sie Uno und ein Familienquiz spielten,
wobei Fritz feststellte, dass die Gruppe
über eine beachtliche Schwarmintelligenz
verfüge. Alfred spendierte am Schluss
noch eine Runde Bier und Zirbe. Die
Hüttenruhe um 22 Uhr wurde halbwegs
eingehalten und die Nacht verlief ohne
größere Störungen. Sechs
übernachteten im Mehrbettzimmer, drei im
Lager.
10 Minuten vor dem
Frühstück konnte man Yoga mit der
Hüttenwirtin absolvieren. Das
Frühstücksbuffet wurde um 7 Uhr
eröffnet, es gab Brot, Butter, Käse,
Schinken, Marmelade und dazu Kaffee oder
Tee. In Hinblick auf das dichte
Tagesprogramm erfolgte der Aufbruch
früh, nämlich kurz nach 8 Uhr, und es
ging am markierten Wanderweg auf den
Dürrenstein, wobei ein paar Schneefelder
zu queren ware. Alfred und Tom
verzichteten auf den Aufstieg zum Gipfel
und wählten die kürzere
Umgehungsvariante, die anderen brachten
diese paar Höhenmeter auch noch hinter
sich und genossen die Aussicht vom
Dürrensteingipfel (1878m). Die Fernsicht
war zwar nicht brilliant, aber man musste
schon froh sein, dass das Wetter an
beiden Tagen perfekte Wanderbedingungen
ohne Gewittergefahr bot.
Absteigend führte der
Weg nun nach Osten, am Kleinen
Dürrenstein vorbei. Unterwegs gab es
eine Rastpause an einer Stelle mit
schönem Blick auf Obersee und Ötscher.
Am Leonhardikreuz (1401m) wurde eine
Beratung fällig, denn hier zweigte der
ursprünglich geplante Weg Richtung
Bärenleitenkogel, Scheiblingstein und
Scheibe ab. Dieser Weg ist unmarkiert und
mit weiteren 400 Höhenmetern Aufstieg
verbunden. In Anbetracht der Zeit,
nämlich 13 Uhr, der schwer
abzuschätzenden Gehzeit und der
Busabfahrt um 18:45 wurde beschlossen,
die einfachere Variante entlang des
Seebachs zu gehen. Das war
schwarmintelligent, denn Mapy.com
veranschlagt für die Scheibenvariante
5½ Stunden Gehzeit. Der Bus wäre sich
vielleicht ausgegangen, aber keine Pause
oder Einkehr.
So gab es nach einem
steilen Abstieg zum Seebach eine
Bademöglichkeit im Obersee, wovon die
meisten Gebrauch machten, interessante
Begegnungen mit Schlangen, Erdkröten und
Käfern und einige Pausen am Weg nach
Lunz. Die erste Einkehrmöglichkeit in
der Schlosstaverne wurde ausgelassen, da
man lieber näher bei der Haltestelle
einkehren wollte. Der Weg führt am
Südufer des Lunzer Sees entlang, wo zwei
nochmal einen Sprung in das 17° kühle
Wasser machten. Das nächste Gasthaus war
die Seeterrassenalm, wo es Platz für die
Gruppe gab. Es war 17 Uhr und man konnte
sich bis 18:15 Zeit lassen, um sich
Getränke und Essen zu gönnen. Der Weg
zur Bushaltestelle war in 20 Minuten
erledigt und um 18.45 kam der Bus, der
die Männer auf Touren nach Scheibbs
brachte. Weiter ging es mit dem
Regionalzug nach Pöchlarn und mit dem
CJX Richtung Wien, Ankunft Westbahnhof
21:42.
Streckenlänge am Sonntag
7 Kilometer, 880 Höhenmeter und 3½
Stunden reine Gehzeit, Montag 20
Kilometer, 530 Höhenmeter und 7½
Stunden.