Für Alfred, Frankie,
Manu, Reinhard und Richard begann der Tag
früh, denn der Cityjet fuhr schon um
07:17 von Wien Hauptbahnhof ab und kam um
08:22 in Payerbach-Reichenau an, wobei
Richard in Wiener Neustadt zustieg.
Weiter ging es mit dem Bus zum
Weichtalhaus im Höllental, wobei sich
schon vor Busankunft eine Menschentraube
an der Haltestelle bildete. Die fünf
Männer auf Touren konnten noch
einsteigen, eine Familie danach auch
noch, dann verkündete der Fahrer den
restlichen Fahrgästen, der Bus sei voll
und sie müssten mit dem nächsten
fahren. Blöd, denn für Destinationen
nach der Raxseilbahn fuhr der nächste
Bus erst um 11:14. (Mit etwas gutem
Willen wäre es schon gegangen, die
restlichen 10 oder 15 noch
reinzuquetschen, aber das hätte gegen
die Vurschrift verstoßen.)
Man konnte also froh
sein, zu dem Punkt hinzukommen, zu dem
man hinwollte. Das war die Haltestelle
Höllental Weichtalhaus (540m), Ankunft
kurz nach 9 Uhr. Am Weichtalhaus vorbei
ging es in die Weichtalklamm
hinein, die bald ziemlich eng wurde und
ein paar mit Ketten und Leitern
versicherte Kletterstellen (Schwierigkeit
A/B) bot. Auf diese Weise wurden die
ersten 600 Höhenmeter sehr
abwechslungsreich und spannend
zurückgelegt. Nach einer kurzen
Rastpause ging es auf einem
ausgelatschten Serpentinenweg weiter
hinauf zur Kienthalerhütte
(1380m), die um 11:30 erreicht wurde.
Hier konnte man etwas trinken und/oder
eine Steinpilzsuppe genießen.
Um 12 ging es weiter
Richtung Klosterwappen am markierten
Wanderweg 801. Der Aufstieg zog sich und
war landschaftlich nicht weiter
spektakulär, dafür konnte man jede
Menge bunt blühender Bergblumen
bewundern. Das Wetter hielt sich nicht
ganz an die Prognose, denn die
versprochenen Sonnenstunden blieben aus
und über dem Bergland war die Bewölkung
fast geschlossen mit wenigen
Wolkenlücken. Wenigstens war der Gipfel,
der um 13:30 erreicht wurde, Klosterwappen
(2076m), nicht in Nebel gehüllt. Dafür
blies aber stürmischer Wind. Die
Tageshöchsttemperatur am Klosterwappen
betrug 12°, im Wind waren das gefühlte
5° und die meisten waren zu leicht
angezogen und froren.
Im Windschatten des
Gipfels wurde kurz Pause gehalten und
nach einem Gipfelfoto ging es weiter zur
Fischerhütte. Abgesprochen war, die
Einkehr auf die Edelweishütte zu
verschieben, da man dann die restliche
Gehzeit besser abschätzen könne. Daher
nützten die meisten nur den Vorraum der
Fischerhütte, um kurz dem Wind zu
entkommen und sich aufzuwärmen, nur
Alfred gönnte sich eine Suppe, um sich
für den Abstieg zu stärken. Der war
nicht ohne, denn der Fadensteig
ist zwar nur mit Schwierigkeit A
eingestuft, hat aber steile Stellen und
ist über weite Strecken eine
Rutschpartie auf Schotter. Zudem sind es
800 Höhenmeter bergab.
Die Edelweißhütte
(1230m) wurde um 16:15 erreicht, dort
hing ein Schild, wonach heute die Küche
ab 15:30 geschlossen sei. Zu trinken gab
es auch nichts und die auf der Terrasse
verbliebenen Gäste berichteten, der
Hüttenwirt sei mit der Köchin ins Tal
gefahren und ob und wann er wieder
zurück komme, wisse keiner. Das sorgte
für eine gewisse Enttäuschung. Also
wurden die verbliebenen eigenen Vorräte
verputzt, dann folgte der Abstieg zur
Talstation des Sessellifts (850m) in
Losenheim, wo sich eine Bushaltestelle
befindet. Im Gebäude der Talstation ist
auch ein Gasthaus, das Lahning-Inn,
beheimatet und man sah Gäste auf der
Terrasse sitzen. In der verbleibenden
Dreiviertelstunde bis zur Busabfahrt
konnte man hier also noch ein gutes Bier
trinken und etwas essen.
Mit dem Bus um 18:16 ging
es nach Ternitz und weiter mit dem
Cityjet nach Wiener Neustadt bzw. Wien.
Die Streckenlänge dieser
Schneebergüberschreitung von Süd nach
Nord betrug 12 Kilometer, 1500
Höhenmeter Aufstieg, 1200 Meter Abstieg,
7 Stunden Gehzeit. Das war anstrengend.