Männer auf Touren

 
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Sonntag 3. Mai 2026

Dunkelstein
Prinzersdorf - Sasendorf - Dunkelstein - Ruine Hohenegg - Korning - Hafnerbach - Pielach - Prinzersdorf

 

Die Anreise nach Prinzersdorf erfolgte mit dem Cityjet von Wien Westbahnhof und mit Zustiegen in Hütteldorf und Tullnerfeld sammelten sich 11 Mann im ersten Waggon, nämlich Alex, Alfred, Ewald, Frankie, Herbert, Martin, Michi, Reinhard, Richard, Tom und Werner. Ankunft pünktlich um 09:08. Der Ausgangspunkt Prinzersdorf hat den Vorteil einer schnellen Anreise aber den Nachteil, dass bis zum Dunkelsteiner Wald ein Stück Siedlungsgebiet zu queren ist.

Um die 4 Kilometer Asphaltstraße etwas aufzulockern, wurde schon bald nach dem Bahnhof Prinzersdorf (254m) beschlossen, einen Feldweg als Alternative zu nutzen, der von einem Teich am Mittergraben Richtung Hetzersdorf führte. Der angestrebte Feldweg war auch zu sehen, bloß lag ein Bach dazwischen. Nicht sehr breit und nicht sehr tief, aber die Böschung war steil und hohes Gras verdeckte den Wasserstand. So kam es zu einigen Wasserberührungen beim Überschreiten. Am schlimmsten erwischte es Martin, der mit einem Fuß komplett einsank. Mit einem Schuh voll Wasser wollte er keine 20-Kilometer-Wanderung antreten und beschloss die Rückkehr zum Bahnhof. Das war verständlich. Dass Fußbad zum Tourenmotto werden würde, konnten die anderen noch nicht ahnen.

Der weitere Weg führte an wenig befahrenen Straßen nach Sasendorf und von dort auf einer Forststraße aufsteigend in den Wald. Hier gab es mindestens drei Wegvarianten, nämlich durch den Matzengraben, über die Schwesternhöhe oder über den Goldeggerbach. Gewählt wurde der Goldeggerbach, weil es die kürzeste Variante war und die Schwesternhöhe bei der Dunkelstein-Tour 2017 den Erwartungen nicht gerecht wurde. Der Weg führte durch schönen Mischwald, das Wetter war perfekt mit angenehmen Temperaturen und etwas Wind. Vor der Überquerung des Goldeggerbachs wurde eine kurze Trink- und Jausenpause auf einem Stoß von Baumstämmen eingelegt und nach weiterem Aufstieg wurde der markierte Wanderweg D erreicht, der zum Dunkelstein (626m) führte.

Es war ziemlich genau 12 Uhr und Zeit für eine Rastpause, zumal vor dem Gipfelkreuz reichlich Bänke aufgestellt waren. Schöne Aussicht auf den Ötscher und die weitere Berglandschaft gab es von einer Lichtung in der Nähe des Gipfels. Nach einer knappen halben Stunde Pause ging es bergab zur Ruine Hohenegg (390m). Wider Erwarten stand das Burgtor offen und die Ruine konnte besichtigt werden. Dafür war, auch wider Erwarten, der für den Abstieg vorgesehene Rainmondo-Steig mit einem Absperrgitter versehen. Nachdem eine Begründung der Sperre fehlte, wurde das Gitter umgangen. Grund waren offenbar Grabungsarbeiten für ein Kabel. Sie stellten aber kein Hindernis dar und bald war der Ort Stein erreicht. Hier war die Markierung nicht so eindeutig und es erforderte Kartenstudium und Beratung durch Einheimische, um die Route über Korning nach Hafnerbach zu finden. Ab Korning führte ein hübscher Weg am Zenobach entlang und am Denkmal des Heiligen Zeno wurde eine Rastpause eingelegt. Alfred und Richard nützten die Gelegenheit für ein Fußbad im Bach.

Die Einkehrsituation in der Gegend ist nicht einfach, denn das Gasthaus in Stein scheint geschlossen zu sein, das Gasthaus Linde in Hafnerbach bietet nur kleine Küche und das Gasthaus Dangl in Wimpassing hat Küchenschluss um 14 Uhr - dieser Zeitpunkt war schon beim Heiligen Zeno überschritten. Daher hatten die Männer auf Touren beim Gasthaus Linde reserviert, das um 14:35 erreicht wurde. Sie fanden im Innenhof Platz, wo mehrere Tische zu einer Tafel zusammengeschoben waren. Das Gasthaus war eine gute Wahl, denn die Speisekarte war nicht so klein wie erwartet. Da es auch Nachspeisen und Eismarillenknödel gab, dauerte die Einkehr fast zwei Stunden. Am wenigsten Grund zur Zufriedenheit hatte Richard, denn erst wurde sein Getränk vergessen, dann sein Salat und beim Abservieren landete eine Portion Salatsoße auf seinem Handy. Zur Entschädigung bekam er von der Wirtin eine Eiskugel spendiert.

Um die asphaltierte Straße von Hafnerbach über Pfaffing nach Prinzersdorf auf Feldwegen zu umgehen, führte der Weg zunächst zum Gut Pielachhaag. Laut Open Street Map sollte ein Fußweg südlich der Pielach nach Prinzersdorf führen. Bloß den Fußweg gab es nicht. Über einen auf der Karte nicht verzeichneten Forstweg und eine Waldschneise gelange man zwar zur Pielach, aber auch am Flussufer war keine Spur von einem Weg zu entdecken. Das Weiterkommen durch Stauden und Brennesseln war mühsam. Ewald stellte mittels Handyapp fest, dass es auf der anderen Seite der Pielach einen Weg geben müsse, zog sich die Schuhe aus und querte die Pielach an einer seichten Stelle. Ihm folgte Tom. Die anderen mühten sich weiter durch den Dschungel bis zur Autobrücke der B1 in der Hoffnung, auf die Brücke zu kommen. Die Brücke war aber hoch oben und mit einem Lattengeländer versehen, das ziemlich unbezwingbar aussah. Daher zogen letztlich alle die Schuhe aus und querten die Pielach.

Zeit, um im Sonnenschein die Füße trocknen zu lassen, blieb nicht, denn es bestand der Wunsch, den Zug um 17:52 zu erreichen. An der nördlichen Pielachseite gab es tatsächlich einen bequemen Weg. Tom wurde vermisst, er war vorausgegangen und tauchte in Prinzersdorf wieder auf. Um 17:45 wurde der Bahnhof erreicht und die Männer auf Touren konnten im Cityjet die Heimreise antreten. Streckenlänge dieser abenteuerlichen Tour 21 Kilometer, 400 Höhenmeter, Gehzeit knapp 6 Stunden.


 

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