|
|
|
Die Anreise nach
Prinzersdorf erfolgte mit dem Cityjet von Wien
Westbahnhof und mit Zustiegen in Hütteldorf und
Tullnerfeld sammelten sich 11 Mann im ersten
Waggon, nämlich Alex, Alfred, Ewald, Frankie,
Herbert, Martin, Michi, Reinhard, Richard, Tom
und Werner. Ankunft pünktlich um 09:08. Der
Ausgangspunkt Prinzersdorf hat den Vorteil einer
schnellen Anreise aber den Nachteil, dass bis zum
Dunkelsteiner Wald ein Stück Siedlungsgebiet zu
queren ist.
Um die 4 Kilometer Asphaltstraße
etwas aufzulockern, wurde schon bald nach dem
Bahnhof Prinzersdorf (254m) beschlossen, einen
Feldweg als Alternative zu nutzen, der von einem
Teich am Mittergraben Richtung Hetzersdorf
führte. Der angestrebte Feldweg war auch zu
sehen, bloß lag ein Bach dazwischen. Nicht sehr
breit und nicht sehr tief, aber die Böschung war
steil und hohes Gras verdeckte den Wasserstand.
So kam es zu einigen Wasserberührungen beim
Überschreiten. Am schlimmsten erwischte es
Martin, der mit einem Fuß komplett einsank. Mit
einem Schuh voll Wasser wollte er keine
20-Kilometer-Wanderung antreten und beschloss die
Rückkehr zum Bahnhof. Das war verständlich.
Dass Fußbad zum Tourenmotto werden
würde, konnten die anderen noch nicht ahnen.
Der weitere Weg führte an wenig
befahrenen Straßen nach Sasendorf und von dort
auf einer Forststraße aufsteigend in den Wald.
Hier gab es mindestens drei Wegvarianten,
nämlich durch den Matzengraben, über die
Schwesternhöhe oder über den Goldeggerbach.
Gewählt wurde der Goldeggerbach, weil es die
kürzeste Variante war und die Schwesternhöhe
bei der Dunkelstein-Tour 2017
den Erwartungen nicht gerecht wurde. Der Weg
führte durch schönen Mischwald, das Wetter war
perfekt mit angenehmen Temperaturen und etwas
Wind. Vor der Überquerung des Goldeggerbachs
wurde eine kurze Trink- und Jausenpause auf einem
Stoß von Baumstämmen eingelegt und nach weiterem
Aufstieg wurde der markierte Wanderweg D
erreicht, der zum Dunkelstein
(626m) führte.
Es war ziemlich genau 12 Uhr und
Zeit für eine Rastpause, zumal vor dem
Gipfelkreuz reichlich Bänke aufgestellt waren.
Schöne Aussicht auf den Ötscher und die weitere
Berglandschaft gab es von einer Lichtung in der
Nähe des Gipfels. Nach einer knappen halben
Stunde Pause ging es bergab zur Ruine Hohenegg
(390m). Wider Erwarten stand das Burgtor offen
und die Ruine konnte besichtigt werden. Dafür
war, auch wider Erwarten, der für den Abstieg
vorgesehene Rainmondo-Steig mit einem
Absperrgitter versehen. Nachdem eine Begründung
der Sperre fehlte, wurde das Gitter umgangen.
Grund waren offenbar Grabungsarbeiten für ein
Kabel. Sie stellten aber kein Hindernis dar und
bald war der Ort Stein erreicht. Hier war die
Markierung nicht so eindeutig und es erforderte
Kartenstudium und Beratung durch Einheimische, um
die Route über Korning nach Hafnerbach zu
finden. Ab Korning führte ein hübscher Weg am
Zenobach entlang und am Denkmal des Heiligen Zeno wurde eine
Rastpause eingelegt. Alfred und Richard nützten
die Gelegenheit für ein Fußbad im Bach.
Die Einkehrsituation in der
Gegend ist nicht einfach, denn das Gasthaus in
Stein scheint geschlossen zu sein, das Gasthaus
Linde in Hafnerbach bietet nur kleine Küche und
das Gasthaus Dangl in Wimpassing hat
Küchenschluss um 14 Uhr - dieser Zeitpunkt war
schon beim Heiligen Zeno überschritten. Daher
hatten die Männer auf Touren beim Gasthaus Linde reserviert,
das um 14:35 erreicht wurde. Sie fanden im
Innenhof Platz, wo mehrere Tische zu einer Tafel
zusammengeschoben waren. Das Gasthaus war eine
gute Wahl, denn die Speisekarte war nicht so
klein wie erwartet. Da es auch Nachspeisen und
Eismarillenknödel gab, dauerte die Einkehr fast
zwei Stunden. Am wenigsten Grund zur
Zufriedenheit hatte Richard, denn erst wurde sein
Getränk vergessen, dann sein Salat und beim
Abservieren landete eine Portion Salatsoße auf
seinem Handy. Zur Entschädigung bekam er von der
Wirtin eine Eiskugel spendiert.
Um die asphaltierte Straße von
Hafnerbach über Pfaffing nach Prinzersdorf auf
Feldwegen zu umgehen, führte der Weg zunächst
zum Gut Pielachhaag. Laut Open Street Map sollte ein
Fußweg südlich der Pielach nach Prinzersdorf
führen. Bloß den Fußweg gab es nicht. Über
einen auf der Karte nicht verzeichneten Forstweg
und eine Waldschneise gelange man zwar zur
Pielach, aber auch am Flussufer war keine Spur
von einem Weg zu entdecken. Das Weiterkommen
durch Stauden und Brennesseln war mühsam. Ewald
stellte mittels Handyapp fest, dass es auf der
anderen Seite der Pielach einen Weg geben müsse,
zog sich die Schuhe aus und querte die Pielach an
einer seichten Stelle. Ihm folgte Tom. Die
anderen mühten sich weiter durch den Dschungel
bis zur Autobrücke der B1 in der Hoffnung, auf
die Brücke zu kommen. Die Brücke war aber hoch
oben und mit einem Lattengeländer versehen, das
ziemlich unbezwingbar aussah. Daher zogen
letztlich alle die Schuhe aus und querten die
Pielach.
Zeit, um im Sonnenschein die
Füße trocknen zu lassen, blieb nicht, denn es
bestand der Wunsch, den Zug um 17:52 zu
erreichen. An der nördlichen Pielachseite gab es
tatsächlich einen bequemen Weg. Tom wurde
vermisst, er war vorausgegangen und tauchte in
Prinzersdorf wieder auf. Um 17:45 wurde der
Bahnhof erreicht und die Männer auf Touren
konnten im Cityjet die Heimreise antreten.
Streckenlänge dieser abenteuerlichen Tour 21
Kilometer, 400 Höhenmeter, Gehzeit knapp 6
Stunden.
|
|
|